Geschichte der Gemeinde Horn

Jungsteinzeitliche Funde bestätigen, dass sich bereits 3000 Jahre vor Christus Siedler in dieser Gegend niedergelassen hatten. Später hinterliessen die Römer ihre Spuren neben der ansässigen gemischten keltisch-rätischen Bevölkerung. Im 6. und 7. Jahrhundert nach Christus strömten die germanischen Alemannen ins Gebiet ein. Horn ist wahrscheinlich schon in dieser Zeit entstanden. Der Name Horn tauchte als «Horna» erstmals im Jahre 1155 in einer von Kaiser Friedrich Barbarossa ausgestellten Urkunde auf. Darin werden dem Konstanzer Bischof Hermann, einem Freund des Kaisers, alle bisherigen Rechte, unter anderem auch diejenigen in Horn, bestätigt. Da das Kloster St.Gallen Besitzer der umliegenden Gebiete war, kam es oft zu Reibereien zwischen den beiden Kirchenfürsten, dem Abt von St.Gallen und dem Bischof von Konstanz. Leidtragende waren auch die Horner. Die bischöfliche Herrschaft in Horn ist aus dem Grundbesitz und dieser wohl hauptsächlich aus Schenkungen entstanden. Mittelpunkt war der Kellhof, und was dazu gehört, das nannte man Salland. Der bischöfliche Verwaltungs-beamte, genannt Keller, hatte von den angesiedelten Freien und Leibeigenen einen genau festgelegten Anteil der Erträgnisse einzuziehen.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts bildete der Kellhof einen grossen Gutsbetrieb mit viel Ackerland und Reben. Für die hohe und niedere Gerichtsbarkeit unterstanden die Horner dem vom Bischof von Konstanz eingesetzten Obervogt in Arbon. Der sogenannte «Hof zu Horn» war eine mittelalterliche Pfandschaft und umfasste die Zinsnutzung des grösseren, ursprünglich bischofsfreien Besitzes ausserhalb des Kellhofes, des Zinslandes. Die Rechte an dieser Pfandschaft wechselten sehr oft den Besitzer. 1460 eroberten die Eidgenossen den Thurgau und von da an hatten die Horner zusammen mit Arbon zwei Herren zu dienen, was zu vielen Reibereien führte. Die Eidgenossen beanspruchten ab 1506 das hohe Gericht, dem Bischof verblieb die niedere Gerichtsbarkeit. Während der Reformation und Gegenreformation wurde Horn 1798 dank der französischen Revolution, zusammen mit dem ganzen Thurgau, frei von der Untertanenschaft. Mit der Restaurationsverfassung von 1814 gewann Horn den Status der Munizipalgemeinde zurück. Das Gesetz zur "Neuen politischen Einteilung des Kantons Thurgau" vom Jahr 1816 bestimmt Horn als Munizipalgemeinde im Amtsbezirk Arbon. Der Wunsch nach politischer Selbständigkeit ging von den Hornern selbst aus: Sie beriefen sich darauf, dass sie stets "...ihre eigenen Gemeindegelder und ihr extra Gemeindrecht und Gerechtigkeiten..." gehabt hätten, so gut wie die von Arbon, und daher auch für sich eine Munizipalität bilden wollten.

Wieso ist Horn eine Enklave

14 Jahre lang (1449–1463) besass das Kloster St.Gallen durch Kauf einige Rechte über Horn. Dann tauschte der damalige Abt Ulrich Rösch mit dem Fürstenbischof von Konstanz Horn gegen Goldach ab, um sich so einen sicheren Zugang zum unteren Rheintal zu ver-schaffen. Als es dann Ulrich Rösch gelang, auch Steinach käuflich zu erwerben – Tübach war bereits im Besitze des Klosters St.Gallen – war Horn nun bischöflich-konstanzische Exklave, rings umschlossen von äbtischem Besitz. Das blieb so bis 1798, dem Jahre der Einführung der helvetischen Verfassung.
Eine neue Gebietseinteilung sollte Horn dem Kanton Säntis, dem nachmaligen Kanton St.Gallen, zuteilen. Dank der kräftigen Fürsprache des damaligen Regierungsstatthalters Sauter in Arbon, der auf die enge Verbindung mit Arbon hinwies, gelang es, Horn dem Thurgau zu erhalten. Damit blieb das Dorf eine thurgauische Exklave und für den Kanton St.Gallen eine Enklave.

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